Willkommen zum Scots Language Centre
Wer wir sind und was wir tun
Das Scots Language Centre wurde 1993 gegründet und ist die einzige nationale, nicht-lexigraphische Organisation, die Scots-sprachige Menschen, sowie Nicht-Sprecher über die schottische Sprache informiert und deren breitere Verwendung fordert. Das Centre, das jährlich von der schottischen Regierung finanziert wird, befindet sich in Perth und stellt online einen Zugang zu der schottischen Sprache und dessen Kultur bereit.
Was ist Scots eigentlich?
Während Ihres Aufenthalts oder Besuchs in Schottland wird Ihnen wahrscheinlich eine Sprache namens SCOTS begegnen. Scots ist die traditionelle GERMANISCHE Sprache der Lowlands. Sie ist die Schwester-Sprache des Englischen in der gleichen Weise wie Niederländisch die Schwester-Sprache des Deutschen ist, Dänisch die Schwester-Sprache des Norwegischen oder Schottisch-Gälisch die Schwester-Sprache des Irischen. Scots sollte nicht mit Schottisch-Gälisch verwechselt werden, welches eine KELTISCHE Sprache ist, die hauptsächlich in den Highlands und auf den Hebriden gesprochen wird. Ebenso bedeutet „Scots sprechen“ nicht das gleiche wie „Englisch mit einem schottischen Akzent sprechen“. Wie im Deutschen (z. B. bayrisch oder sächsisch), gibt es auch in Großbritannien verschiedene Dialekte, die dem Zuhörer zeigen, aus welcher Region man kommt. Scots hingegen ist kein spezieller Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache mit anderer Grammatik, anderen Wörtern, Phrasen, Ausdrucksweisen und Sprichwörtern, die im Englischen nicht existieren.
Besucher Schottlands, die Englisch gelernt haben, könnten aufgrund der Sprache, die sie hören, verdutzt sein. Das liegt daran, dass viele Schotten sich tatsächlich auf Scots oder auf einer Mischung aus Scots und Englisch unterhalten. Der Dichter Robert Burns (1759-1796) ist vielleicht der berühmteste Schriftsteller, der auf Scots geschrieben hat, der auch außerhalb Schottlands bekannt ist.
Kurze Geschichte
Während des frühen Mittelalters ließ sich ein Volk aus Dänemark namens Angeln auf den britischen Inseln nieder. Dieses Volk sprach eine Sprache namens englisc (‘Angel-isch’ oder Angelsächsisch), der Vorfahre des Englischen und Schottischen. Diese Sprache durchlief eine seperate Entwicklung in Schottland und gewann am schottischen Königshof unter König Robert II. (1371-1390) an Bedeutung. Ab etwa 1494 wurde die Sprache als ‘Scottis’ bekannt und wurde die offizielle literarische und geschriebene Sprache des Königreichs, von Jedermann gesprochen, vom König bis zum Bauern. Als James VI. von Schottland im Jahr 1603 auch König von England wurde, verlor die Sprache königliche Unterstützung. Scots blieb bis zum Jahr 1707, als Schottland und England sich zu einem neuen politischen Bund namens „Vereinigtes Königreich von Großbritannien“ verbündeten, weiterhin eine Staatssprache. Danach wurde die Sprache Englands zur Amtssprache und das Scots zur ‘provinziellen Mundart’ degradiert. Später gab die herrschende Klasse in Schottland das Scots auf, damit sie mit ihren Englisch sprechenden Mitbürgern, die die Mehrheit der neuen britischen Elite bildeten, mithalten konnte. Ab dem 19. Jahrhundert wurde Scots Sprechenden abgeraten, die Sprache für die Verwaltung zu benutzen. Zudem stand es unter Strafe, die Sprache innerhalb der Schule zu verwenden. Schottland wurde nun als ein ‘keltisches’ Land neu definiert, und Scots, als eine germanische Sprache, wurde vernachlässigt. Weil Scots mit dem Englischen eng verwandt ist, wurde es oft, ungerechterweise, als ‘schlechtes’ oder ‘korruptes’ Englisch stigmatisiert. Seit den 70er-Jahren haben sich verschiedene Gruppen dafür eingesetzt, den Status des Scots zu verbessern, sowie Unterstützung für dessen Sprecher zu sichern.
Sprecher und Status
Nicht jeder in Schottland spricht Scots. Im Jahr 1996 schätzte das „General Register Office for Scotland“ die Anzahl der Sprecher auf 1,5 Millionen, oder 30 % der schottischen Bevölkerung, obwohl die Anzahl derer, die Scots verstehen größer ist. Es gibt FÜNF Hauptdialekte des Scots – Insular (auf den Orkney und Shetland Inseln), Nord, Mittel (die weitverbreitetesten, welche Edinburgh und Glasgow einbeziehen), Sud, und Ulster (in Nord Irland und der Republik Irland). Dort ist Scots auch als ‘Doric’, ‘Lallans’ und ‘Scotch’ bekannt und manchmal in örtlichen Dialekten unter Namen wie ‘Glesca’ oder ‘Shetland’. Unter Teil II der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen wird Scots offiziell als eine Regionalsprache Schottlands anerkannt. Dies wurde 2001 von der britischen Regierung ratifiziert. Weil der Gebrauch von Scots geächtet ist und dessen offizieller Gebrauch die Kommunikation erschwert, ist es unwahrscheinlich, dass Besucher es in formellen Situationen hören werden, dennoch erlaubt das schottische Parlament das Scots für Reden. Gelegentlich werden auch akademische Arbeiten auf Scots vorgetragen. Im Jahr 2008 gab die Schottische Regierung eine Untersuchung des Scots in Auftrag, um weitere Möglichkeiten für dessen institutionelle Unterstützung zu ermöglichen. Zudem um eine Volksbefragung bezüglich des Umfangs der sprachlichen Verwendung durchzuführen, die für 2011 geplant ist. Für die breite Mehrheit der Scots sprechenden Bevölkerung bleibt Scots eine gesprochene Sprache, die hauptsächlich in informellen Situationen gebraucht wird.
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